Kindermund III

Was machst du eigentlich, wenn ein dreijähriges Mädchen, das du gerade auf die Toilette gesetzt hast, vor der du noch hockst, weil du ihm gleich wieder runter helfen willst, auf einmal die Arme um deinen Hals schlingt und aus vollem Herzen sagt: „Anna, ich liebe dich!“???

Und was machst du, wenn die Kinder angerannt kommen, deine Beine umarmen und „Mama“ zu dir sagen und du dann sagst, dass du nicht ihre „Mama“ bist und sie dann sagen, sie hätten aber gern, dass du es bist???

Mich macht das glücklich, traurig, beschämt und sprachlos …

 

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Kindermund III

Geld mit Potenzial die Welt zu verbessern

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Liebe Freunde,
auf diesem Foto habe ich mich als Sportskanone verkleidet, jetzt will ich ernst machen! Wenn ich in den vergangenen Jahren mal auf die Idee kam eine Runde zu joggen (was ca. 3-4 mal vorkam), habe ich immer nach 2 Kilometern schlapp gemacht. Trotzdem stelle ich mich nun der Herausforderung in einem Monat 6 Kilometer zu laufen.

Warum? Weil ich beim Spendenlauf für International Justice Mission mitlaufe! DU kannst dazu beitragen, dass ich auch wirklich trainiere und mein Ziel erreiche!!!

Wie? Indem du mich motivierst: Schicke mir eine Mail (anna.koppri@gmail.com)  und schreibe mir, wie viel Geld du an IJM spendest, wenn ich die 6 Kilometer am 27.05. schaffe. International Justice Mission ist eine großartige Menschenrechtsorganisation, die gegen moderne Sklaverei vorgeht. Sei dabei und beteilige dich an der BEWEGUNG gegen Sklaverei und Menschenhandel! 

Geld mit Potenzial die Welt zu verbessern

Eine bemerkenswerte Frau

Aufregend – ich sitze an der Endkorrektur meines ersten eigenen Buches. Eine Biografie über die Inderin Pranitha Timothy. Sie ist eine der beeindruckendsten Frauen, die mir je begegnet sind. Noch nie habe ich jemanden kennengelernt, der mit einer solchen Bedingungslosigkeit Gott nachfolgt und Jesus immer ähnlicher wird. Ihre durch eine Krebs-OP körperlichen Beeinträchtigungen hindern sie nicht daran, sich mit ihrem ganzen Leben für Gerechtigkeit einzusetzen, an vorderster Front gegen moderne Sklaverei zu kämpfen und den Unterdrückten eine Stimme zu geben. Obwohl sie bereits tausende Menschen befreit und einflussreiche berufliche Positionen inne hat, ist sie sehr demütig. Alles, was sie in ihrem Leben erreicht hat, schreibt sie Gott zu, der in ihrer Schwachheit mächtig ist.

Ich bin sehr dankbar diese bemerkenswerte Frau kennengelernt zu haben und hoffe, dass viele Menschen von ihrer Biografie berührt und motiviert werden, sich auch für das einzusetzen, was Jesus uns vorgelebt hat: Gerechtigkeit, Liebe, gegenseitige Fürsorge, Gewaltlosigkeit, wertschätzende Behandlung aller Menschen, …

Im Juli wird das Buch unter dem Titel „Liebe ohne Grenzen – Gottes leise Stimme für die Unterdrückten“ beim SCM Hänssler erscheinen. Ich sag dann bestimmt noch mal Bescheid 😉  Link zur Verlagsvorschau

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Eine bemerkenswerte Frau

Rich and poor

Selten erlebt man die Diskrepanz zwischen arm und reich so unmittelbar wie in Cape Town.

Die Straßenränder sind gesäumt von Townships, in denen fast ausschließlich Menschen mit dunkler Haut leben. Bretterverschläge, dicht an dicht. Dazwischen spielen die Kinder auf der Straße. Allein im Holzhäuschen von meinem Bruder auf dem Land kann es jetzt nachts schon ganz schön frisch werden und wir haben gerade erst Herbst. Im Winter wird der eisige Wind und Regen erbarmungslos in die Hütten der Menschen ziehen. Viele von ihnen stehen an den Ampeln und bitten um Hilfe, Jobs, Geld oder verkaufen Kleinigkeiten. Andere betätigen sich als selbsternannte Parkwächter und verdienen sich so einen Hungerlohn um über die Runden zu kommen. Normalerweise steckt man ihnen so 20 Cent zu, für ihre Dienste.

Es fällt mir echt schwer, meinen luxuriösen Urlaub (wir haben ein Auto gemietet, besuchen Tierparks, wohnen in Ferienwohnungen) zu genießen. Am liebsten würde ich die Augen verschließen vor dieser bodenlosen Ungerechtigkeit, nicht hinsehen, mich mit den noch Reicheren vergleichen und mir selbst ein bisschen arm vorkommen, mit meiner halben Erzieherstelle.

Gerade leben wir in einer Ferienwohnung, die auf einem Grundstück ist, das von hohen Zäunen gesäumt und durch zwei große Hunde bewacht wird. Manchmal schlendert ein dunkelhäutiger Parkwächter vorbei und grüßt freundlich. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie beschissen das sein muss  – Tag ein Tag aus diese Villen vor Augen zu haben!?

Am Hafen sitzt ein Bettler und schaut sich an wie die reichen Menschen mit ihren dicken Kameras ihre fein herausgeputzten Kinderlein fotografieren, während seine eigenen wahrscheinlich zuhause im Dreck spielen und froh sind, wenn sie abends was in den Magen bekommen. Ich kann absolut verstehen, dass das besonders die heranwachsenden Townshipbewohner bodenlos wütend macht und sie zu nicht immer ganz lauteren Mitteln greifen, um diese Diskrepanz ein wenig abzumildern.

Das ist der Grund, weshalb hier alle so eine latente Angst haben und immer auf der Hut sind, weil sie befürchten im nächsten Moment überfallen zu werden. Weil man sie dann mit der Wut, der Ungerechtigkeit konfrontieren und ihnen etwas von ihrem „Überfluss“ wegnehmen würde. Mir geht es genauso. Bloss nicht zu viel Geld mit rumtragen, nichts im Auto lassen, nicht allein an den Strand …

Ist unsere Welt wirklich so viel besser geworden, als noch vor ein paar Jahrzehnten, wo es offiziell Sklaven gab und das kaum jemand verwerflich fand? Bekommen wir es besser hin, den Reichtum, den die Erde uns schenkt (den Gott uns einfach so zuteil werden lässt), unter allen gerechter aufzuteilen? Sind für uns wirklich alle Menschen gleich an Würde und verdienen es, geachtet und geliebt zu werden? Was kann ich tun, um das voranzubringen?

 

 

 

 

 

Rich and poor