Die Welt verbessern drei

Ganz ehrlich: ausser, dass ich versuche:

  • immer eine Stofftasche dabei zu haben und keine (Plastik)-tüten im Supermarkt zu kaufen,
  • Gemüse aus Spanien zu vermeiden (auch dort werden Arbeiter auf Plantagen ausgebeutet),
  • möglichst keine Nestle-Produkte zu kaufen (der Chef ist so kapitalistisch, dass er am liebsten noch das gesamte Wasser privatisieren würde),
  • möglichst fair gehandelte Produkte zu kaufen (Schokolade, Kaffee, etc),
  • wenn ich meine unbedingt etwas zu brauchen, es dann auf Ebay-Kleinanzeigen gebraucht zu kaufen (z. B. Handy),
  • nicht so viel „Tünnif“ zu verschenken, sondern lieber gemeinsame Unternehmungen oder leckeres Essen,

…fällt mir gar nicht mehr so viel ein, wie ich nachhaltiger lebe, um die Welt zu verbessern.

Was mir jedoch einfällt ist Liebe, womit wir wieder beim Hauptthema meines Blogs wären. Ich glaube Liebe ist die beste, nachhaltigste und konstruktivste Art, die Welt zu verbessern! Zu lieben bedeutet für mich, dass ich mich selbst wertschätze, auf mich achte und alle anderen Menschen/Lebewesen genauso behandle.

Ganz praktisch kann das bedeuten:

  • Kinder genauso zu achten wie Erwachsene und möglichst wenig zu bevormunden.
  • Den Bettler vorm REWE freundlich anzulächeln und zu grüßen.
  • Mich konstruktiv und wertschätzend mit den Menschen auseinanderzusetzen, mit denen ich Konflikte habe.
  • Menschen mit einer anderen Weltanschauung, Kultur, Religion, Meinung, zuzuhören und voneinander zu lernen.
  • Mir zu überlegen, unter welchen Bedingungen die Dinge, die ich konsumiere hergestellt werden, und ob ich diese für menschenwürdig/tierwürdig halte. Ansonsten auf den Konsum zu verzichten.
  • Jeden Menschen mit Gottes liebenden Augen anzusehen und das Wunderbare in ihm zu suchen, anstatt seiner Fehler und Schwachstellen.
  • Keine Angst vor anderen zu haben und ihnen gleichwürdig zu begegnen.

Zu diesem Thema habe ich ein sehr schönes Video von Amnesty Polen gefunden, das mich sehr berührt hat: Look Beyond Borders

 

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Die Welt verbessern drei

Mit Anna die Welt verbessern, Folge 2

KLEIDUNG

Ich denke es ist an keinem von uns vorbeigegangen, dass Kleidung unter den übelsten Bedingungen hergestellt wird. Kinder und Erwachsene werden in der Textilindustrie gnadenlos ausgebeutet. Sie nähen 12 Stunden täglich und haben Glück, wenn sie von dem Gehalt gerade genug Essen kaufen können, um nicht zu verhungern. Dazu kommen giftige Farben, unmenschliche Arbeitsbedingungen etc.

UMGANG

Ich habe mir seit zwei Jahren angewöhnt konsequent an H&M, sowie ALLEN anderen Bekleidungsgeschäften vorbeizugehen. Das ist unglaublich entspannt und spart echt Zeit, Geld und Nerven 🙂 Ausnahme ist im Moment armedangeles, die fair produzierte Kleidung verkaufen. Da gibt es noch einige andere Labels, die man mit gutem Gewissen kaufen kann. Am besten lässt man sich nicht von H&M Biobaumwolle hinters Licht führen, sondern schaut auf: Fair Wear Foundation, zu wie viel Prozent ein Label wirklich fair produziert. Was ich sonst noch empfehlen kann ist: Glimpse, die nicht nur fair produzieren, sondern ehemaligen Zwangsprostituierten mit dem Nähen ein neues Leben ermöglichen. Oder ganz kleine Projekte wie: Hope bringer, die neben der fairen Produktion alle Gewinne wieder in den Fairtrade Markt und soziale Projekte investieren.

Wo ich noch wachsen kann, sind beispielsweise Sportschuhe. Die einzigen fair produzierten Laufschuhe, die ich gefunden habe, haben einfach mal das Vierfache von den durchschnittlich Handelsüblichen gekostet. Wer da einen guten Tipp hat, immer her damit!

Woher bekomme ich denn nun meine Kleidung?

  1. Man braucht immer weniger Neues, als man denkt. Deshalb schaue ich erst mal in meinen Kleiderschrank, bevor ich mir etwas Neues anlache. Unter Umständen färbe ich mal was ein oder mache was enger etc.
  2. Ich habe begonnen, mir selbst Kleidung zu nähen. Die ist meist nicht günstiger, als bei H&M und co. dafür aber schöner, individueller und hält länger, weil ich gute Stoffe kaufe.
  3. Second-Hand. Entweder besuche oder organisiere ich Tauschbörsen, schaue samstags beim Tauschmobil auf dem Arnimplatz vorbei, oder wenn ich etwas ganz spezielles „brauche“ gucke ich bei Kleiderkreisel im Internet.

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Selbst genähtes Shirt. Hat 10 Minuten gedauert.

Mit Anna die Welt verbessern, Folge 2

Im Kleinen die Welt verbessern

Ich hatte gerade ein spannendes Gespräch mit Björn Kern, dem Autor von Das Beste was wir tun können ist nichts . Im Grunde ist seine Aussage, dass wir nicht ethisch korrekt handeln, indem wir das tun, was von uns erwartet wird: ordentlich shoppen, im Netz surfen, durch die Welt fliegen,… Damit lassen wir Arbeitssklaven für uns arbeiten, beuten Natur und Tierwelt aus und fördern ausser unserem Bruttoinlandsprodukt gar nichts.

In seinem Buch stehen amüsante Anekdoten, wie er in den letzten Jahren begonnen hat, diesen Regeln weniger zu folgen und damit glücklich zu sein. Das hat mich inspiriert hier auch mal meine Ansätze, die Welt ein klein wenig gerechter zu machen, zum besten zu geben. Ich weiß, dass das nur winzige Anfänge sind – größtenteils um mein eigenes Gewissen zu beruhigen. Trotzdem würde man einen Unterschied merken, wenn sich auf einmal jeder so verhalten würde.

Heute die erste Folge:

FLEISCH

Ich möchte mich aufrichtig bei allen Vegetariern und Veganern entschuldigen, die ich noch vor wenigen Jahren milde belächelt habe. Ich dachte ersthaft: Ohne Fleisch kann man doch nicht leben! Das stimmt nicht. In einem einmonatigen Selbstversuch habe ich festgestellt, dass das sehr wohl möglich ist (ausser einer kleinen Grippe hab ich eigentlich nichts gemerkt ;-)) Je mehr ich mich mit den Bedingungen in der Tierhaltung beschäftige, umso mehr vergeht mir der Appetit! Nicht nur Tiere werden da zu den übelsten Bedingungen zusammengepfercht, gemästet, lebendig geschreddert, des Tageslichts beraubt und wie Ware behandelt, auch Menschen, die an einigen Schlachthöfen arbeiten. Sie werden beinahe wie Arbeitssklaven in Indien behandelt. Man verspricht ihnen zwar den Mindestlohn (meist Arbeiter aus Osteuropa), zieht ihnen aber so viel davon für die Miete eines schäbigen Zimmers ab, dass kaum etwas übrig bleibt, oder sie werden wieder entlassen ohne ihren Lohn zu sehen (Findet man alles in den einschlägigen Dokus zum Thema). Eine andere Chance als von ihrem Arbeitgeber zu mieten, haben sie nicht, weshalb viele sogar in den Wäldern leben, um ein wenig Geld nachhause schicken zu können. Ha – und das in Deutschland!!!

Nun hier meine Umgangsweise damit:

Ganz auf Fleisch verzichten möchte ich nicht. Deshalb habe ich meinen Fleischkonsum reduziert und versuche mich darauf zu beschränken, einmal pro Woche samstags auf dem Markt am Arnimplatz Fleisch, Wurst und Eier von einem Bauern zu kaufen. Durch Gespräche mit ihm und Augenzeugenberichte weiß ich, dass seine Tiere draußen gehalten werden und ein mindestens dreimal so langes Leben haben, wie in der Massentierhaltung. Das sind bei einem Huhn trotzdem nur drei Monate! Er gibt auch keine Antibiotika! Das Fleisch ist nicht teurere als an der Supermarkttheke und schmeckt köstlich! Leider werde ich bei Restaurantbesuchen häufig noch schwach und bestelle auch Fleischgerichte, wenn ich nicht weiß, ob die Tiere glücklich gelebt haben…es gibt also noch Ausbaubedarf. Was ich nicht mehr kaufe sind Döner, Schawarma und co…denn das ist das Fleisch der Tiere, die unter Sklavenbedingungen geschlachtet werden!

Im Kleinen die Welt verbessern

Nachträglich zu Pfingsten

Kurz vor Pfingsten fragt mich ein Vierjähriger: „Anna, wie sieht der Heilige Geist aus?“

Anna: „Hm, der ist unsichtbar. So wie der Wind oder Strom.“

Lasse*: „Fliegt der hier überall in der Luft rum?“

Anna: „Ja, ich glaub, der ist überall.“

Eine Woche später beim Mittagessen:

Lasse*: „Du Anna, atmen wir den Heiligen Geist die ganze Zeit ein?“

Anna: „Ich denke schon. Und der Lebensatem von Gott ist dann in uns drin und macht uns stark.“

Lasse*: „Cool“

Nachträglich zu Pfingsten

Darf ich vorstellen? Mein Neffe Noah:

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Ich bin eine richtige Tante! Ist es nicht eins der größten Wunder, wenn so ein perfektes kleines Menschlein entsteht und zur Welt kommt? Auch das haben wir nicht verdient, es ist reine Gnade und Ausdruck von Gottes Liebe, dass er uns Kinder anvertraut, obwohl er weiß, dass wir Fehler machen werden!

Und wahrscheinlich ist die Liebe, die eine Mutter oder ein Vater für ihr Kindlein empfinden am ehesten vergleichbar mit Gottes Liebe zu uns. Da gibt es keine Bedingungen! Das Baby wird ins Leben geliebt und diese Liebe wird nicht weniger, wenn es die Windeln vollmacht oder die halbe Nacht schreit. So und noch viel krasser und bedingungsloser ist Gottes Liebe für uns. Sie ist einfach, so wie er einfach ist! Sie macht sein Wesen aus!

Richard Rohr sagt, wenn uns diese Wahrheit wirklich bewusst wird und ins Herz rutscht, dann könnten wir viel Geld für Therapien sparen. Dann wären wir (zumindest zeitweise) frei von dem Bedürfnis durch andere Menschen bestätigt und anerkannt zu werden, dann bräuchten wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, wie das, was wir sagen oder tun bei anderen ankommt. Dann könnten wir einfach sein und uns richtig und geliebt und geborgen wissen und fallenlassen – so wie ein Baby an der Brust seiner Mutter.

Darf ich vorstellen? Mein Neffe Noah: