Unterleuten

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Habe soeben den 600 Seiten-Wälzer Unterleuten, das neuste Werk von Juli Zeh, ausgelesen und keine Seite bereut. Die Frau ist einfach brillant – auch wenn ich über keines ihrer Bücher sagen kann, dass es „Wohlfühlliteratur“ ist. Mit einem scharfen Blick beschreibt sie unsere Gesellschaft, am Beispiel eines kleinen Brandenburger Dorfes: detailreich und sachlich, liebevoll und authentisch, ohne dabei jemals schwülztig zu wirken.

Sie verabschiedet sich von den klassischen Helden und Antihelden-Figuren und lässt ihre Personen, wie im echten Leben, graustufig-facettenreich sein. Auf der einen Seite verabscheuungswürdig und auf der anderen liebenswert und sympathisch. Auch ihre Sicht auf die Ereignisse ist niemals einseitig, sondern wird im Buch immer aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet.

Irgendwann fühlt man sich beim Lesen wie ein Teil dieses „idyllischen“ Dorfes, mit all seinen schrulligen Bewohnern. Ganz nebenbei versteht die Autorin es, Gesellschafts- und Konsumkritik zu üben. Ihre fiktiven Orte und Personen haben sich mittlerweile selbstständig gemacht und geistern im Netz herum…

Lesenswert!

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