Wehmut und Hoffnung

Ich blicke auf die tänzelnden Wellen meines Lieblingssees. Der Himmel ist grau verhangen, das Wasser kühl, anstatt eines Bikinis trage ich Pullover und Wollsocken. In meiner Brust pocht ein dumpfes Gefühl – Wehmut. Ich unterdrücke das Bedürfnis laut zu schreien: „Neeeiiinnn! Geh nicht! Bleib noch ein bisschen, wenigstens ein oder zwei Monate! Du Sommer meines Lebens, prall gefüllt mit unzähligen Stunden voll wohltuenden Sonnenscheins, dass er dir aus jedem Knopfloch schien.“ – Moment mal, habe ich schien geschrieben? Ich meine natürlich scheint: ab morgen wieder und mindestens bis Februar! Ich bin keine Meisterin im Loslassen, schon gar nicht von Licht, Wärme und Glück, was für mich so ziemlich gleichbedeutend ist. Statt loszulassen sammle ich lieber ein: einen ganzen Eimer voll Kastanien, mit meinem Sohn, der noch nicht ahnt dass es ein Leben außerhalb von kurzen Hosen, baden und Einscreme gibt. Gerade würde ich gern mit ihm tauschen und einfach trotzdem im Wasser plantschen, obwohl die Nase läuft, trotzdem jeden Morgen begeistert aus dem Bett klettern und den neuen Tag mit einem fröhlichen Lachen begrüßen. 

IMG_3960Das war unser Sommer! Ich habe mich frei und gleichzeitig niemals allein gefühlt. Wir waren mehr als zwei Duzend Mal am See, haben ganze Tage im Garten verbracht, fast jede Woche unsere Lieblingstiere im Zoo besucht, im Meer gebadet, literweise Sonnencreme verbraucht und sind trotzdem braun geworden. Mit dem Sommer geht auch unsere intensive Zeit zu Ende. Der kleine Mann kommt in die Kita und ich darf mich in ein neues Herzens-Buchprojekt stürzen. Ein Lichtblick, der mich ein wenig mutiger der nun kommenden, immer dunkleren und kälteren Zeit entgegentreten lässt. 

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