Achtsam mit mir und anderen

Organspendeausweis

Diese Woche des „Klima Fastens“ steht ja ein bisschen unter dem Motto: achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen.
Auch wenn ich gar nicht so oft aktiv daran gedacht habe, sind mir doch in den wenigen Tagen schon ein paar Situationen und Begegnungen aufgefallen, die dazu passen.

Donnerstag hatte ich gleich zwei Gespräche mit Nachbarn im Treppenhaus (nicht selbstverständlich in Berlin). Mein Nachbar hat mir über seine Sorge um seine krebskranke Nichte in Kenia erzählt, die nur behandelt werden kann, wenn er genug Geld schickt. Deshalb hat er eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Auch hier herzlich Einladung, zu helfen. Ich war so überwältigt von dem Leid dieses Mädchens, vor allem weil ich am selben Tag wegen eines winzigen, gutartigen Knotens im Krankenhaus war. Er sei zu 95% unbedenklich, wenn ich ihn aber loswerden wolle, würde das gemacht und von der Krankenkasse gezahlt werden. Die 14 jährige Nichte meines Nachbarn wurde erst zu einem Arzt gebracht, als sie schon einen Hühnereigroßen, schmerzenden Tumor im Hals hatte und sie wird nur behandelt, wenn genug Geld aufgetrieben wird (300€ pro Woche für Chemos). Diese Welt ist so himmelschreiend ungerecht und nur wir können sie ein Stück gerechter machen! Hier gehts zur Kampagne

Freitag habe ich einen Film über illegale Organspenden gesehen. Das ist so schlimm! Um deutschen Kindern das Leben zu retten, werden in ärmeren Ländern Kinder verkauft/geklaut und getötet und ihre Organe illegal zu wahnsinnigen Preisen verkauft. Das Gleiche gilt natürlich für Erwachsene. Und warum funktioniert dieses Geschäft so gut und wird auch von Deutschen in Anspruch genommen? Weil es hier zu wenig Organspender gibt! Wer kann dagegen etwas tun? Wir! In Deutschland muss man explizit einer Organspende zustimmen. D. h., am besten immer einen ausgefüllten Organspendeausweis mit sich führen. Den kann man z. B. hier ganz einfach ausdrucken. Wenn du dich fragst, ob du auch für deine Kinder einen Ausweis ausfüllen kannst, gibt es hier einen aufschlußreichen Bericht dazu.
Weil ich neulich etwas darüber gelesen habe, dass es auch für Stammzellen zu wenig Spender gibt, habe ich mich gleich noch das Stäbchen angefordert, um in die Datenbank aufgenommen zu werden. Hier gehts zur Registrierung.

Samstag war ich mit Nino mit der U-Bahn unterwegs. Weil ich ihn reingebeten habe, ist ein sehr schmutziger, offensichtlich obdachloser, noch relativ junger Mann im Rollstuhl mit in unseren Fahrstuhl gekommen. Er hat sich so gefreut, dass ich ihn angesprochen habe und mir mehrere Geschichten erzählt, wo er heute schon lieblos behandelt wurde. Haben uns auf der Bahnfahrt sehr herzlich unterhalten – er hatte so klare strahlende Augen! – und er hat uns zum Abschied noch mit guten Wünschen überhäuft. Es fiel mir echt schwer, ihn nicht „retten“ zu können und es war trotzdem schön zu sehen, dass sich sein Gesicht durch unsere Begegnung für einige Momente aufgehellt hat.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anni Side sagt:

    Ein sehr interessantes Thema, mit dem ich mich auch schon beschäftigt habe. Ich habe auch die geistlich, seelische Komponente betrachtet, vor allem auch vom Empfänger.
    Der ganze Vorgang der Organspende ist nicht ohne! Für die Angehörigen, auf beiden Seiten: Spender und Empfänger und auch der Empfänger selbst kann (muss nicht) nicht immer gut damit leben. Aber das auszuführen wäre hier zuviel. Ein Thema, bei dem noch viel Aufklärungsbedarf besteht! Vor allem, da es immer mehrere Gesichtspunkte gibt. Gut, dass du darüber geschrieben hast!

    Hier in Österreich ist es so, wie Herr Spahn es gerne hätte: Jeder ist automatisch Organspender und wenn man es nicht will, muss man ausdrücklich widersprechen!

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    1. Hi, oh ja, das ist sicher total komplex. Wie kommt es, dass du dich damit beschäftigt hast?

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